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ADiA in Nordirland
Ein Jahr in einer Camphill Einrichtung
Bewerbung - Anderer Dienst im Ausland
Bewerbung
Der Ablauf ist wahrscheinlich bei jeder Organisation anders. Ich hatte damals auch bei Kirchen angefragt, wo meist als Voraussetzungen "Erlernen der Sprache" (in den meisten Fällen Hebräisch) und aktive Mitarbeit in der Kirchengemeinde angegeben wurden. Dies war bei mir nicht der Fall, so daß ich mich nicht mehr nach weiteren Vorbereitungen erkundigte. Da dort häufig nur eine Stelle zu besetzten war - und die in der Regel nur an Leute aus dem eigenen Kirchenkreis - habe ich mich dann an die "Freude" gewandt, bei denen der Ablauf etwas anders aussieht.
Freunde der Erziehungskunst Rudolph Steiners
Die Freunde sind ein Verein, über den man sich auf den Grundlagen Rudolph Steiners basierende Stellen suchen kann. Hat man sich erfolgreich beim Verein beworben, so bekommt man eine Liste mit schon einmal besetzten Stellen zugesandt und kann sich bei diesen bewerben. Es ist auch möglich, eine neue beim Bundesministerium anzumelden. Erhält man eine Zusage, so organisieren die "Freunde", den Einsatz - gegen Zahlung der Versicherung und Verwaltungskosten. Das ganze kostet also eine Kleinigkeit ...
Grob gesagt kann man sich um zwei Arten von Stellen bewerben: „Camphill“ und „Nicht-Camphill“. Ich hab mich damals für Camphill entschieden. Camphill bedeutet mit Behinderten zu leben und für sie zu sorgen. Die anderen Stellen sind meist solche an Waldorf-Schulen. Über Camphills kann man sich unter www.camphill.org.uk informieren. Auch in Deutschland bestehen Camphill-Einrichtungen.
Tipp: Camphill brauchen immer Leute, also nicht um eventuelle Fristen kümmern, Stelle raussuchen und anfragen.
Bewerben mußte ich mich damals mit allerlei Brimborium: Medizincheck, polizeiliches Führungszeugnis und Referenzen sowie einem etwas längeren Fragebogen zu meiner Motivation. Die ersten drei sind, so weit ich weiß, in Großbritannien und auch anderswo vom Staat vorgeschrieben.
Nach Annahme bei einem Camphill und Übersendung des Vertrags an die "Freunde" nimmt man an einem Pflichtseminar teil, wo auch Ehemalige von ihren Erfahrungen berichten. Hier wurde mir erstmals bewußt, worauf ich mich da eingelassen hatte. Außerdem wird einem noch etwas zu den Formalitäten erzählt.
Das ganze Bewerbungsverfahren ist aber problemlos innerhalb weniger Wochen zu bewältigen, und das geht auch noch bis zu wenigen Wochen vor Antritt der Stelle. Vorher anzufangen ist natürlich besser, so daß man keinen Streß hat und in aller Ruhe eine Stelle auswählen kann.
Kosten
Ich hatte damals rund 500 Euro an Versicherung und nochmals 250 Euro an Verwaltungskosten zu berappen. Fürs Vorbereitungsseminar waren weitere 80 Euro fällig. Das Camphill hat hiervon zunächst nichts übernommen!
Seit einiger Zeit muß man anscheinend keine direkte Gebühr an die „Freunde“ zahlen, aber diese erwarten vom Bewerber, bzw. von dessen etwaigen Spenderkreis, eine Spende in Höhe von 1500-2400 Euro, was die Kosten für Versicherung und Verwaltung decken soll. Infos zu diesem Förderkreis im Infoblatt der „Freunde“, in dem das Prinzip dahinter gut erklärt wird.
Heute wird aber auch das Kindergeld für die Zeit des Dienstes weitergezahlt.
Von meinem Camphill habe ich jeden Monat 100 Pfund (etwa 150 Euro) als Taschengeld erhalten und noch 450 Pfund Reisegeld, weil ich ein Jahr da war.
Für mich haben die 100 Pfund monatlich zum täglichen Leben gereicht. Allerdings hatte ich den Vorteil, da ich Bier nicht mag und deswegen in den Pubs immer gut weggekommen bin. Da man wenig Freizeit hat, gibt man automatisch weniger Geld im Monat aus. Zusammen mit den 450 Pfund "Reisegeld" des Camphills konnte ich damit ganz behaglich meine freien Tage verbringen.
Insgesamt sind bei mir am Ende 2000 Euro an Ersparnissen in dem Jahr "draufgegangen", inbegriffen Versicherungs- und Verwaltungskosten der „Freunde“ (800 Euro), der normale Hinflug (300 Euro) und zwei weiterer Hin- und Rückflüge (Bewerbungsgespräche in Deutschland für die Zeit nach dem ADiA) usw., die auch heftig zu Buche geschlagen haben. Dazu dann noch die Heimreise. Wenn man es schafft einen guten Förderkreis aufzubauen, braucht man aber wohl nichts zuzuschießen.
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