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ADiA eine Herausforderung
Frust und Probleme
Durchhalten und zurückstecken
Durchhänger
Nach einiger Zeit wurde die Arbeit teilweise eintönig, weil man täglich dasselbe macht. Das ist so, da insbesondere die autistischen Einwohner viel ruhiger sind, wenn ihr Leben in bestimmten Bahnen verläuft. Daher auch die Morgen- und Abendkreise. Die Monotonie führte bei mir zu einem richtigen Durchhänger, bei dem mir alles über den Kopf zu wachsen schien, und ich von allem genug hatte.
Auch hat man immer jemanden um sich. Sich zurückzuziehen ist eher nicht möglich, und wenn, dann nur nach der Arbeit. Alleine "vor sich hin machen" geht nicht.
Auf der anderen Seite ist es ein richtiges Erfolgserlebnis, wenn der kleine Racker endlich mal was gelernt hat, z.B. bei einem Wutanfall nicht mit Sachen um sich geworfen hat oder aus dem Haus gelaufen ist. Die kleinen Dinge machen es aus. Je besser man seine "Dormitory children" kennt, desto mehr erreicht man bei und mit ihnen. Und desto mehr kann man dann mit ihnen unternehmen.
Interessant wird es, wenn man zusammen mit den "kleinen Rackern" ausgeht. Sei es abends ins Theater oder nachmittags zum Einkaufen. Dort wird einem richtig bewußt, wie anders das Leben "dort draußen" ist. Man wird angeglotzt bei Dingen, die einem schon gar nicht mehr auffallen.
Probleme und Frust
Leider muß ich sagen, daß ich während meiner Zeit im Camphill einigen Frust erlitten habe. Dieser kam vor allem daher, daß ich mich mit vielen Dingen, die im Camphill gang und gäbe sind, nicht so recht anfreunden konnte. Die hier aufgeführten Punkte sind höchst subjektiv, andere hatten damit keine Probleme oder haben es einfach hingenommen. Ich konnte mich darüber aber manchmal richtig aufregen.
Camphill basiert auf zwei Dingen: den Lehren Rudolph Steiners und Karl Königs, dem Gründer des ersten Camphills. Die Grundeinstellung ist seitdem kaum verändert worden. Änderungswünsche werden teilweise mit "Wir haben mehr Erfahrung" oder "Steiner hat gesagt ..." abgetan, wobei einige meinten, daß Steiner doch öfter eine andere Meinung dazu gehabt hätte. Das führt häufig dazu, daß man sich noch weniger mit der Situation anfreunden kann und dann noch frustrierter ist. Während meiner Zeit gab es einige Bestrebungen, etwas zu ändern, aber getan hat sich nichts mehr.
Von den älteren Co-Workern wird die Arbeit hier nicht als Freiwilligendienst angesehen, sondern man hat sich für einen Zeitraum dem Camphill verpflichtet, und das Camphill gewährt einem die Möglichkeit, dort diese Erfahrung zu machen. Es wird erwartet, daß man diese Zeit komplett für sein Haus da ist, "time off" (bis auf den "Day Off") gibt es eigentlich nicht. Da jedes Jahr die jungen Co-Worker fast komplett gehen und neue kommen, wird an deren "Arbeitsbedingungen" eher nichts geändert. Auf der anderen Seite kommen aber immer weniger junge Leute, um dort zu arbeiten, denn wer will in der heutigen Zeit schon 14 Stunden, 6 Tage die Woche freiwillig arbeiten?, so daß man im Haus noch mehr Arbeit hat. Ein Teufelskreis ...
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